Ackerwinde

Convolvulus arvensis

Nahaufnahme einer weißen Ackerwinde-Blüte mit ihren Blättern.

Leitbezug

Haut, Verdauung, Leber/Galle

Pflanzenqualität

bewegend, ausleitend, aktivierend, vitalisierend

Traditionelle körperliche Anwendung

Ackerwinde wird traditionell genutzt zur Förderung einer harmonischen Verdauung und natürlicher Ausleitungsprozesse. Sie begleitet Leber- und Gallefunktionen und wird bei stagnierenden Prozessen eingesetzt, die Haut und Stoffwechsel belasten. Aufgrund ihrer potenten Inhaltsstoffe (leicht giftig) wird sie meist potenziert, spagyrisch oder homöopathisch angewendet.

Psychische & emotionale Qualität

Ackerwinde bringt Bewegung in festgefahrene innere Zustände und unterstützt das Lösen von Blockaden.
Sie fördert Lebendigkeit, Aufrichtung und die Bereitschaft, neue Energie fließen zu lassen.
Ihre Signatur steht für Befreiung, Öffnung und inneres Vorwärtskommen.

Beitrag teilen:
Inhaltsstoffe
  • Flavonoide & Antioxidantien
  • Gerbstoffe
  • Saponine & Glykoside
Anwendungsbereiche
  • Verdauung, Magen & Darm
Pflanzentypen
  • Wildkräuter
Elemente
  • Äther
  • Luft

Ackerwinde – Botanik

  • Familie: Windengewächse (Convolvulaceae)
  • Wuchsform: ausdauernde, windende Kletterpflanze; Triebe meist bis etwa 2 m lang
  • Blätter: pfeilförmig, wechselständig
  • Blüten trichterförmig, weiß bis zartrosa, ca. 2–3 cm Durchmesser
  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • Früchte: kleine Kapseln mit meist wenigen Samen
  • Wurzel: tiefreichendes, weitverzweigtes Wurzelsystem mit Rhizomen – das macht die Pflanze sehr ausdauernd

Vorkommen & Standort

Convolvulus arvensis ist in großen Teilen Eurasiens und Nordafrikas heimisch und heute weltweit verbreitet. Sie wächst auf Äckern, Wegrändern, Schuttflächen und in Gärten – bevorzugt sonnige, warme Standorte mit eher lockerem Boden. Ihr tiefes Wurzelsystem macht sie sehr widerstandsfähig und schwer zu bekämpfen.

Besondere Inhaltsstoffe

Die Ackerwinde enthält verschiedene Alkaloide, darunter Calystegine (Nortropanalkaloide), die insbesondere in den Wurzeln nachgewiesen wurden. Aufgrund ihres Gehalts an biologisch aktiven Inhaltsstoffen gilt die Pflanze nicht als klassische Teepflanze und wird heute phytotherapeutisch kaum verwendet. Traditionelle Anwendungen finden sich vor allem in spagyrischen und homöopathischen Zubereitungen.

Tradition & Geschichte

In historischen Heilkunde-Traditionen wurden Winden-Arten teils als abführend oder galletreibend beschrieben. In der europäischen Volksmedizin wurde sie vereinzelt traditionell bei verschiedenen Beschwerden erwähnt, wurde jedoch wegen ihrer Stärke stets zurückhaltend eingesetzt. Die Homöopathie nutzt sie bis heute als Mittel bei Verdauungsbeschwerden.

Verwechslungsgefahr

Die Ackerwinde kann mit der Zaunwinde (Calystegia sepium) verwechselt werden. Beide gehören zu den Windengewächsen und enthalten biologisch aktive Inhaltsstoffe. Die Zaunwinde wurde in der Volksheilkunde gelegentlich als Abführmittel verwendet.
Besondere Vorsicht gilt bei der Purgier-Winde (Convolvulus scammonia), deren Wurzel reich an Scammoniumharz ist. Das Harz wirkt stark abführend und kann bei unsachgemäßer Anwendung erhebliche Beschwerden verursachen.

Spannend zu wissen

Die Ackerwinde windet sich typischerweise gegen den Uhrzeigersinn – ein in der Pflanzenwelt fest angelegtes genetisches Merkmal. Ihr Wurzelsystem kann mehrere Meter tief reichen, das macht sie zu einem der hartnäckigsten Ackerunkräuter weltweit. Gleichzeitig ist sie eine wichtige Bienentrachtpflanze, deren Blüten reich an Nektar sind.

Wachse über dich hinaus

Mit neuem Wissen und Inspiration

Verpasse keine News, Kurse oder Webinare – melde dich jetzt für den LIFE LIGHT® Akademie Newsletter an und bleibe immer auf dem neuesten Stand.

lifelight-home-newsletter