Engelwurz

Angelica archangelica

Nahaufnahme einer weiß blühenden Engelwurz-Pflanze.

Leitbezug

Verdauung, Atemwege, Nervensystem, Immunsystem

Pflanzenqualität

wärmend, stärkend, tonisierend, ausleitend, klärend

Traditionelle körperliche Anwendung

Angelika wird traditionell zur Unterstützung einer harmonischen Verdauung und zur Förderung eines entspannten Magen-Darm-Bereichs genutzt.
Die Erfahrungsheilkunde verwendet sie in der Begleitung von Atemwegen und Schleimhäuten, sie gilt als stärkende Pflanze in Belastungszeiten.
Außerdem wird Engelwurz zur Unterstützung des Hormonsystems bei Menstruations- und Wechselbeschwerden eingesetzt, sie stärkt die Weiblichkeit.

Psychische & emotionale Qualität

Die Pflanze gilt als „Schutzkraut“, das Stabilität, Mut und innere Erdung schenkt. Sie unterstützt Menschen in Zeiten von Überforderung oder emotionaler Schwäche und stärkt das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Engelwurz bringt Licht, Klarheit und Orientierung in schwierige Lebenssituationen.

Beitrag teilen:
Inhaltsstoffe
  • Ätherische Öle
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe
Anwendungsbereiche
  • Atemwege & Bronchien
  • Bewegung & Gelenke
  • Blase & Niere
  • Herz, Kreislauf & Gefäße
  • Nerven, Schlaf & Psyche
  • Verdauung, Magen & Darm
Pflanzentypen
  • Küchen- & Gewürzpflanzen
  • Wildkräuter
  • Wurzeln & Rhizome
Elemente
  • Äther
  • Erde

Engelwurz – Botanik

  • Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
  • Wuchsform: kräftige, meist zweijährige, seltener kurzlebig mehrjährige krautige Pflanze; in der Regel monokarp (blüht meist im zweiten Jahr und stirbt danach ab)
  • Stängel: dick, hohl, längsgerillt, im oberen Bereich oft rötlich-violett überlaufen
  • Blüten: klein, grünlich-weiß bis gelblichgrün, in großen, fast kugeligen Doppeldolden
  • Blätter: groß, zwei- bis dreifach gefiedert; charakteristisch sind die stark bauchig aufgeblasenen Blattscheiden
  • Wurzel: kräftiges, fleischiges Rhizom mit Wurzeln – die Wurzel (Angelicae radix) ist der wichtigste Arzneiteil; daneben werden auch die Früchte genutzt
  • Besonderheit: durchdringend würzig-aromatischer Duft der gesamten Pflanze, besonders der Wurzel

Vorkommen & Standort

Die Echte Engelwurz stammt aus dem kühlen Norden – Skandinavien, Island und dem nördlichen Eurasien – und wird heute vielerorts kultiviert. Sie liebt feuchte, kühle Standorte: Bach- und Flussufer, feuchte Wiesen und Gebirgslagen auf nährstoffreichen, tiefgründigen Böden. In Mitteleuropa ist die wild wachsende Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) deutlich häufiger als die kultivierte Arznei-Engelwurz.

Besondere Inhaltsstoffe

Prägend ist das ätherische Öl der Wurzel mit Monoterpenen wie β-Phellandren und α-Pinen, das den charakteristischen würzig-aromatischen Duft erzeugt. Daneben enthält Angelika Bitterstoffe sowie Cumarine und Furocumarine wie Bergapten und Imperatorin, die eine phototoxische Wirkung entfalten können – sie können die Haut lichtempfindlich machen (Photosensibilisierung) und sind für entsprechende Vorsichtsmaßnahmen verantwortlich.

Tradition & Geschichte

Schon der Name verweist auf himmlische Hilfe: Einer Legende nach offenbarte ein Engel die Pflanze als Mittel gegen die Pest – daher „Erzengelwurz„. Im Mittelalter zählte Angelika zu den berühmten Pestkräutern und wurde in Klostergärten gezogen. Im hohen Norden – etwa auf Island und auch bei den Sami – wurde sie als wichtige Heil- und teilweise auch Wildgemüsepflanze genutzt.
Bis heute aromatisiert sie Liköre wie Chartreuse und kandierte Stängel.

Verwechslungsgefahr

Achtung: Angelika gehört zu den Doldenblütlern – einer Familie mit hochgiftigen Arten wie Gefleckter Schierling, Wasserschierling und Riesen-Bärenklau. Verwechslungen können lebensgefährlich sein. Auch die heimische Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) ist in Mitteleuropa weit verbreitet und kann zu Verwechslungen führen. Eine sichere Bestimmung gelingt nur über gesicherte botanische Merkmale; im Zweifel ist fachkundige Bestimmung unerlässlich. Für Laien wird vom Wildsammeln dringend abgeraten.

Spannend zu wissen

„Archangelica“ verweist auf einen Erzengel – kaum eine Heilpflanze trägt einen klangvolleren Namen. Im hohen Norden war Angelika eine der wenigen kultivierten Würz- und Gemüsepflanzen und prägte dort die Volksheilkunde. Ihre kandierten Stängel und die würzige Wurzel verfeinern bis heute edle Kräuterliköre, Wermut und Gin – die unscheinbare Dolde steckt so in manchem berühmten Getränk.

Wachse über dich hinaus

Mit neuem Wissen und Inspiration

Verpasse keine News, Kurse oder Webinare – melde dich jetzt für den LIFE LIGHT® Akademie Newsletter an und bleibe immer auf dem neuesten Stand.

lifelight-home-newsletter