Königskerze

Verbascum thapsus

Zahlreiche, satt gelbe Blüten der Königskerze in Nahaufnahme

Leitbezug

Atemwege, Schleimhäute, Immunsystem

Pflanzenqualität

schleimlösend, reizlindernd, beruhigend, wärmend

Traditionelle körperliche Anwendung

Die Königskerze wird traditionell genutzt, um ein freies, angenehmes Atemgefühl zu unterstützen, besonders bei trockenen oder gereizten Atemwegen. Ihre weichen Schleimstoffe begleiten die natürliche Regeneration der Schleimhäute in Bronchien und Rachen. Sie wird gerne in Phasen erhöhter Belastung des Atemtraktes eingesetzt, um das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.

Psychische & emotionale Qualität

Die Königskerze steht für Aufrichtung, Würde und innere Stärke. Sie vermittelt Ruhe, Klarheit und Licht in belastenden Situationen und unterstützt Menschen, die sich „mutlos“ oder erschöpft fühlen. Gibt Kraft bei Burn-Out Neigung.
Ihre Signatur gibt Orientierung, Stabilität und Zuversicht.

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Inhaltsstoffe
  • Flavonoide & Antioxidantien
  • Saponine & Glykoside
  • Schleimstoffe
Anwendungsbereiche
  • Atemwege & Bronchien
  • Haut & Haare
Pflanzentypen
  • Wildkräuter
Elemente
  • Äther
  • Feuer

Königskerze – Botanik

  • Familie: Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae)
  • Lebensform: Zweijährig – im ersten Jahr bildet sie eine bodennahe Blattrosette, im zweiten Jahr den hohen Blütenstand
  • Wuchshöhe: Etwa 50–200 cm, unter guten Bedingungen auch darüber
  • Blüten: Gelb, fünfzählig, leicht unsymmetrisch, in einer dichten, kerzenartigen, ährenförmigen Traube; jede Einzelblüte öffnet sich nur für einen Tag. Von den fünf Staubblättern sind die drei oberen dicht weißwollig behaart, die beiden unteren nahezu kahl
  • Blütezeit: Juli bis September
  • Früchte: Vielsamige Kapselfrucht mit zahlreichen sehr kleinen Samen
  • Blätter: Groß, eiförmig bis lanzettlich, graugrün, beidseitig dicht filzig behaart; am Stängel deutlich herablaufend (dekurrent) – ein wichtiges Bestimmungsmerkmal der Art
  • Wurzel: Spindelförmige Pfahlwurzel
    Besonderheit: Der dichte Filz besteht aus verzweigten Sternhaaren, die Verdunstung und Fraß mindern.

Vorkommen & Standort

Die Königskerze ist in Europa und Westasien heimisch und wurde in viele gemäßigte Regionen verschleppt, etwa nach Nordamerika und Australien. Sie besiedelt trockenwarme, sonnige und offene Standorte: Wegränder, Schotterflächen, Bahndämme, Kahlschläge, Weinberge und Brachen. Bevorzugt werden durchlässige, eher magere, oft kalkhaltige Böden. Als typische Pionierpflanze erscheint sie auf gestörten Rohböden und verschwindet wieder, sobald die Fläche dichter zuwächst.

Besondere Inhaltsstoffe

Die Blüten enthalten Schleimstoffe aus Polysacchariden, dazu Iridoidglykoside wie Aucubin und Catalpol, das Phenylethanoidglykosid Verbascosid (Acteosid), Flavonoide, Saponine, Invertzucker und Spuren ätherischen Öls.  Die Samen enthalten Saponine und Rotenoide und sind nicht für den Verzehr geeignet.

Tradition & Geschichte

Der Name der Königskerze leitet sich davon ab, dass die hohen Stängel im Mittelalter in Pech, Teer oder Wachs getaucht wurden, um als lange Fackeln zu brennen.
Weitere volkstümliche Bezeichnungen sind: Fackelkraut, Blitz- oder Donnerkerze, Wetterkerze oder Marienkerze und im Aberglauben galt sie als Blitzschutz fürs Haus oder als Wetterprophet.
Die Kommission E hat eine Positivmonographie für die Blüten der Königskerze veröffentlicht.

Verwechslungsgefahr

Im ersten Jahr kann die filzige Blattrosette mit jener des Roten Fingerhuts (Digitalis purpurea) verwechselt werden – dieser ist stark giftig.
Verlässliche botanische Merkmale zur Unterscheidung der Blattrosetten im ersten Jahr: Königskerzenblätter tragen dichte, verzweigte Sternhaare und verschmälern sich fließend in den Blattstiel; Fingerhutblätter zeigen einfache Haare, gekerbte bis gesägte Ränder und sind deutlich abgesetzt gestielt. (Erst im zweiten Jahr zeigt sich am Blütenstängel der Königskerze das typische herablaufende Blattwachstum.)
Im Zweifel immer: Fachbestimmung!

Spannend zu wissen

Ein Tee aus Königskerzenblüten sollte durch ein feines Tuch oder Sieb filtriert werden, da die feinen Haare sonst den Rachen reizen können. Eine einzelne Pflanze bildet Zehntausende winziger Samen, die im Boden außergewöhnlich lange keimfähig bleiben.
Die Schleimstoffe der Königskerze können einen schützenden Film auf Schleimhäuten bilden.
Königskerzenblüten werden traditionell bei trockenem Reizhusten und erkältungsbedingten Beschwerden im Mund- und Rachenraum verwendet.

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