Labkraut
Galium aparine / Galium verum

Leitbezug
Lymphe, Haut, Ausleitung, Nieren
Pflanzenqualität
reinigend, kühlend, ausleitend, klärend
Traditionelle körperliche Anwendung
Labkraut wird traditionell genutzt zur Unterstützung der natürlichen Lymphfunktion und zur Förderung körperlicher Ausleitungsprozesse. Es begleitet Haut und Gewebe in Phasen erhöhter Belastung und wird häufig in Reinigungs- und Frühjahrskuren eingesetzt.
In der traditionellen Kräuterheilkunde gilt Labkraut als sanft entwässernde und stoffwechselentlastende Pflanze.
Psychische & emotionale Qualität
Es unterstützt dabei, innere Blockaden und alte emotionale Belastungen zu lösen.
Labkraut bringt seelische Klarheit, Leichtigkeit und hilft, Ordnung in diffuse oder stagnierende Innenzustände zu bringen.
Seine Signatur steht für Reinheit, Reinigung und innere Entfaltung.
Labkraut – Botanik
- Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
- Wuchsform: Kletten-Labkraut (G. aparine) wächst einjährig, kletternd bis kriechend mit Hakenborsten, meist 50–150 cm (bis zu 300 cm) lang; Echtes
- Labkraut (G. verum) wächst mehrjährig, aufrecht-horstig, 20–80 cm hoch
- Blüten: G. aparine – winzig, weiß, unscheinbar, vierzählig;
G. verum – klein, leuchtend gelb, honigduftend, in dichten Rispen - Blätter: bei beiden Arten schmal und scheinbar quirlig angeordnet; die Quirle bestehen aus gegenständigen Laubblättern und blattartigen Nebenblättern
- Wurzel: G. aparine – dünne, seitlich wachsende Wurzeln;
G. verum – kriechendes Rhizom
Vorkommen & Standort
Beide Labkraut-Arten sind in Europa heimisch und weit verbreitet.
Kletten-Labkraut wächst gerne an Hecken, Waldrändern und Ruderalstandorten auf frischen bis feuchten, nährstoff- und stickstoffreichen Böden.
Echtes Labkraut bevorzugt sonnige, trockene bis wechselfeuchte Standorte wie Magerrasen, Wegränder und Weiden auf kalkhaltigem Boden. Beide Arten gelten als anspruchslos und häufig, keine ist in ihrem Bestand gefährdet.
Besondere Inhaltsstoffe
Labkraut enthält Iridoidglykoside (u. a. Asperulosid), Flavonoide, Gerbstoffe und Phenolsäuren, denen antioxidative, entzündungsmodulierende und adstringierende Eigenschaften zugeschrieben werden. Charakteristisch ist zudem die traditionell bekannte milchgerinnende Wirkung, die vor allem dem Echten Labkraut zugeschrieben wird. Zudem wird Labkraut traditionell mit Lymphe, Haut und Nieren in Verbindung gebracht.
Tradition & Geschichte
Schon in mittelalterlichen Kräuterbüchern wurde Labkraut bei Haut- und Drüsenbeschwerden empfohlen; Funde in Pfahlbausiedlungen deuten auf eine noch frühere Nutzung hin. Der Name „Labkraut“ geht auf die Verwendung Echten Labkrauts zur Käseherstellung zurück – früher wurde damit unter anderem englischer Chesterkäse dickgelegt und gelb gefärbt. In der Volksmedizin galten beide Arten als mildes „Blutreinigungskraut“ und wurden gerne in Frühjahrskuren eingesetzt.
Mögliche Verwechslungen
Da alle heimischen Labkraut-Arten ungiftig sind, besteht keine Gefahr, sie mit einer giftigen Pflanze zu verwechseln. Kletten-Labkraut lässt sich durch seine haftenden Hakenborsten und weißen Blüten leicht von anderen Arten wie dem Wiesen-Labkraut (Galium mollugo) unterscheiden. Echtes Labkraut kann mit dem ebenfalls harmlosen Weißen Labkraut (Galium album) verwechselt werden – hier hilft die goldgelbe Blütenfarbe als sicheres Unterscheidungsmerkmal.
Spannend zu wissen
Der lateinische Gattungsname „Galium“ leitet sich vom griechischen Wort für Milch („gala“) ab – ein Verweis auf die milchgerinnende Eigenschaft der Pflanze, die vor allem beim Echten Labkraut ausgeprägt ist.
Die mit Hakenborsten besetzten Früchte des Kletten-Labkrauts dienen der Verbreitung: Sie haften an Fell und Kleidung und werden so über weite Strecken transportiert. Die Samen können bis zu acht Jahre im Boden keimfähig bleiben.
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