Löwenzahn

Taraxacum officinale

Zahlreichen Löwenzahn-Pflanzen samt ihrer Wurzel in einem Korb.

Leitbezug

Leber, Galle, Verdauung, Ausleitung

Pflanzenqualität

reinigend, stoffwechselanregend, bitter, ausleitend

Traditionelle körperliche Anwendung

Löwenzahn wird traditionell eingesetzt zur Förderung der Leber- und Gallentätigkeit und zur Begleitung eines klaren, harmonischen Verdauungsprozesses.
Er ist eine klassische Frühlings- und Reinigungspflanze, die natürliche Ausleitungsprozesse unterstützt und das Wohlbefinden des Stoffwechsels fördert.
Der Löwenzahn wird in Phasen von Trägheit und ernährungsbedingter Belastung geschätzt.

Psychische & emotionale Qualität

Löwenzahn stärkt Aufrichtigkeit, Zielkraft und seelische Widerstandsfähigkeit.
Er hilft, sich aus emotionaler Schwere zu befreien, löst erstarrte Gefühle und Verbitterungszustände und unterstützt bei wichtigen Lebensentscheidungen.
Seine Signatur steht für Mut, Klarheit und Neubeginn.

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Inhaltsstoffe
  • Bitterstoffe
  • Flavonoide & Antioxidantien
Anwendungsbereiche
  • Ausleitung & Reinigung
  • Blase & Niere
  • Leber & Stoffwechsel
  • Verdauung, Magen & Darm
Pflanzentypen
  • Küchen- & Gewürzpflanzen
  • Wildkräuter
  • Wurzeln & Rhizome
Elemente
  • Äther
  • Feuer
  • Luft

Taraxacum-officinale-Gruppe – Botanik

  • Familie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Wuchshöhe: Meist 10 bis 30 cm, an günstigen Standorten bis etwa 50 cm; ausdauernde Staude
  • Blätter: In einer grundständigen Rosette, schrotsägeförmig gezähnt bis fiederteilig, die Zähne rückwärts gerichtet – die auffällige Blattform erinnert an Löwenzähne und gab der Pflanze ihren Namen
  • Blüten: Körbchen von etwa 3 bis 5 cm, aufgebaut ausschließlich aus goldgelben Zungenblüten (keine Röhrenblüten); die äußeren Hüllblätter sind zurückgeschlagen
  • Blütezeit: Hauptblüte April bis Mai, Nachblüte einzelner Körbchen bis in den Herbst
  • Früchte: Achänen mit langgestielter Federkrone, die zusammen die kugelige „Pusteblume“ bilden; Verbreitung durch Wind
  • Wurzel: Kräftige, tiefreichende Pfahlwurzel mit hohem Regenerationsvermögen

Vorkommen & Standort

Löwenzahn ist auf der Nordhalbkugel weit verbreitet und einer der erfolgreichsten Kulturfolger überhaupt: Wiesen, Weiden, Äcker, Wegränder, Rasenflächen und selbst Mauerritzen und Pflasterfugen werden erobert. Er bevorzugt nährstoff- und besonders stickstoffreiche Böden und gilt als Zeigerpflanze für nährstoff- und stickstoffreiche Böden. Die Handelsdrogen stammen überwiegend aus osteuropäischen Ländern.

Besondere Inhaltsstoffe

Prägend sind Bitterstoffe, insbesondere Sesquiterpenlactone und ihre Derivate. Dazu kommen Triterpenalkohole, das Phenolglykosid Taraxacosid, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren und Mineralstoffe wie Kalium. Die Wurzel speichert Inulin, dessen Gehalt im Herbst deutlich höher ist als im Frühjahr. Der Milchsaft enthält neben Bitterstoffen auch Kautschuk.

Tradition & Geschichte

In antiken europäischen Quellen ist Löwenzahn nicht eindeutig als eigenständige Heilpflanze belegt; in europäischen Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts wird Löwenzahn jedoch zunehmend genauer beschrieben. Der Name verweist auf die schrotsägeförmig gezähnten Blätter: „dens leonis“, im Französischen dent-de-lion, daraus englisch „dandelion“.
Volksnamen wie „Bettpisser“ oder „pissenlit“ verweisen auf die traditionelle Verwendung als harntreibendes Mittel.

Verwechslungsgefahr

Die blühende Pflanze ist anhand mehrerer Merkmale meist gut erkennbar: hohler, unverzweigter Blütenschaft mit Milchsaft, ein Körbchen aus reinen Zungenblüten, grundständige Rosette und zurückgeschlagene äußere Hüllblätter.
Kritisch ist das Rosettenstadium vor der Blüte – hier können Löwenzahn und junge Pflanzen einiger Greiskraut-Arten (Senecio; darunter auch das Jakobskreuzkraut) einander ähneln. Diese können leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide enthalten. Geruch oder Geschmack taugen nicht zur Abgrenzung; im Zweifel erst nach der Blüte sammeln oder fachkundig bestimmen lassen.

Spannend zu wissen

Löwenzahn ist ein botanischer Sonderfall: Die meisten Formen vermehren sich apomiktisch, also ohne Befruchtung. Dadurch sind Hunderte erblich fixierter Kleinarten entstanden, die man als Taraxacum officinale-Gruppe zusammenfasst.
Und der Milchsaft ist industriell interessant: Aus dem Russischen Löwenzahn (Taraxacum koksaghyz) lässt sich Naturkautschuk gewinnen; die Pflanze wird deshalb als mögliche Alternative zum tropischen Kautschukbaum erforscht und angebaut.

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