Lungenkraut

Pulmonaria officinalis

Zahlreiche Blüten des Lungenkrauts in Nahaufnahme.

Leitbezug

Atemwege, Schleimhäute, Immunsystem

Pflanzenqualität

schleimhautpflegend, kühlend, reizlindernd, harmonisierend

Traditionelle körperliche Anwendung

Lungenkraut wird traditionell eingesetzt zur Unterstützung der Atemwege und zur Pflege empfindlicher Schleimhäute in Hals und Bronchien. Es wird traditionell geschätzt, um ein freieres Atemgefühl zu begleiten und wird besonders in der Übergangs- und Erkältungszeit genutzt.
Lungenkraut gilt als sanftes Schutzkraut, das die natürlichen Abwehrkräfte unterstützt.

Psychische & emotionale Qualität

Es fördert inneren Raum, Weite und befreites Durchatmen – auf seelischer Ebene erleichtert es das Aufatmen. Lungenkraut hilft, festgehaltene Gefühle zu lösen und schenkt Leichtigkeit nach belastenden Phasen.
Seine Signatur steht für Offenheit, Weichheit und innere Reinigung.

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Inhaltsstoffe
  • Flavonoide & Antioxidantien
  • Gerbstoffe
  • Schleimstoffe
Anwendungsbereiche
  • Atemwege & Bronchien
Pflanzentypen
  • Wildkräuter
Elemente
  • Äther
  • Luft

Lungenkraut – Botanik

  • Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
  • Wuchs & Wuchshöhe: ausdauernde, krautige Pflanze, etwa 10–30 cm hoch
  • Blüten: trichterförmig, in Wickeln angeordnet. Sie öffnen sich rosa bis rötlich und färben sich später blauviolett, sodass an einer Pflanze meist beide Farben zu sehen sind.
  • Blütezeit: März bis Mai
  • Früchte: Klausenfrüchte (in vier Teilfrüchte zerfallend) mit nährstoffreichem Anhängsel (Elaiosom)
  • Blätter: Grundblätter lang gestielt, eiförmig bis herzförmig, rau behaart und meist deutlich weiß gefleckt. Die großen Rosettenblätter entwickeln sich vor allem nach der Blüte. Die Stängelblätter sind kleiner und sitzend.

Vorkommen & Standort

Das Echte Lungenkraut ist in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas heimisch und in Österreich verbreitet. Es wächst bevorzugt in krautreichen Laub- und Mischwäldern, Auwäldern, an Waldrändern und in Gebüschen. Die Pflanze liebt halbschattige Lagen sowie frische, nährstoffreiche, oft kalkhaltige Lehmböden. Als Frühblüher nutzt sie das Licht, bevor sich das Blätterdach der Bäume schließt. In Gärten ist das Lungenkraut ein beliebter Bodendecker für Schattenbeete.

Besondere Inhaltsstoffe

Lungenkraut enthält vor allem Schleimstoffe (Polysaccharide), Gerbstoffe und Kieselsäure. Hinzu kommen Flavonoide wie Quercetin- und Kaempferolglykoside sowie Phenolcarbonsäuren, allen voran Rosmarinsäure. Das Vorkommen leberschädigender Pyrrolizidinalkaloide ist für Lungenkraut beschrieben; Gehalt und Verteilung können jedoch je nach Pflanzenmaterial variieren.

Tradition & Geschichte

Seinen Namen verdankt das Lungenkraut der Signaturenlehre: Die weiß gefleckten Blätter erinnerten an Lungengewebe und galten als Hinweis auf die Anwendung bei Lungenleiden. Der Beiname „officinalis“ zeigt, dass die Pflanze einst in Apotheken geführt wurde. In der Volksheilkunde nutzte man Tee aus dem Kraut traditionell bei Husten und Heiserkeit.

Verwechslungsgefahr

Innerhalb der Gattung sind mehrere Lungenkraut-Arten schwer zu unterscheiden, etwa das Dunkle Lungenkraut (Pulmonaria obscura). Vor der Blüte ist eine Verwechslung mit Echtem Beinwell (Symphytum officinale) denkbar, der reich an Pyrrolizidinalkaloiden ist. Im Handel wird zudem Indisches Lungenkraut (Justicia adhatoda) angeboten, eine nicht mit Pulmonaria verwandte Heilpflanze aus der Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae).

Spannend zu wissen

Die Blüten des Lungenkrauts wechseln ihre Farbe (daher stammen Volksnamen wie „Hänsel und Gretel“ oder „Brüderchen und Schwesterchen“): Sie öffnen sich rosa bis rötlich und färben sich mit zunehmendem Alter blauviolett. Dieser Farbwechsel ist für Bestäuber mehr als ein hübsches Naturschauspiel: Die Farbe dient als visuelles Signal für den Zustand der Blüte. Junge, rosafarbene Blüten enthalten mehr Nektar und Pollen als die älteren, blauvioletten Blüten und werden von Bienen bevorzugt besucht. So kann das Lungenkraut seine Bestäuber gezielt zu den Blüten mit der größeren „Belohnung“ lenken.
Für Hummeln und Wildbienen ist das Lungenkraut zudem eine wichtige frühe Nahrungsquelle. Seine Samen tragen nährstoffreiche Anhängsel und werden von Ameisen verbreitet.

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