Bromelain

Ananansscheiben auf gelbem HIntergrund

Was ist Bromelain und warum ist es wichtig?

Bromelain ist ein proteolytisches Enzymgemisch aus der Ananaspflanze (Ananas comosus). Bromelain wirkt proteolytisch, entzündungsmodulierend und unterstützt sowohl die Verdauung als auch die Regeneration nach Verletzungen oder Operationen.

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Nicole WopfnerFachredaktion
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Hauptinhaltsstoffe

  • Proteolytische Enzyme (Thiolspezifische Cysteinproteasen)
  • Begleitenzyme (Phosphatase, Peroxidase, Cellulasen, Glucosidasen)
  • Protease-Inhibitoren in Spuren

Funktionen der Inhaltsstoffe

  • Proteolytische Aktivität: Spaltung von Proteinen → Verdauungsunterstützung, Resorption von Aminosäuren
  • Antiinflammatorisch: Hemmung proinflammatorischer Mediatoren, Senkung von Ödemen/Schwellungen
  • Fibrinolytisch/antithrombotisch: Einfluss auf Fibrin, Blutgerinnung (präklinisch/klinisch)
  • Immunmodulation: Modulation von Zytokinen, Unterstützung bei Entzündungsreaktionen

Herkunft und Vorkommen

  • Gewinnung aus Ananas (Ananas comosus), v. a. aus Stamm und unreifer Frucht
  • Extrakte

Zubereitung

  • Kapseln/Tabletten mit Bromelain (meist magensaftresistent überzogen)
  • Kombinationspräparate mit Papain, Rutin oder Quercetin (Enzymkomplexe)
  • Pulver

Verwendung

Traditionelle Einsatzgebiete

In der Volksmedizin der Ursprungsländer der Ananas wurde die Pflanze sowohl als Verdauungshilfe wie auch zur Behandlung von Schwellungen und Entzündungen genutzt.

  • Traditionell bei Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit
  • Volksmedizinisch bei Verletzungen und Schwellungen

Wissenschaft & Studien (Kurzüberblick)

Gut belegt ist der Einsatz von Bromelain bei postoperativen Schwellungen/Ödemen, bei Sinusitis sowie als  Verdauungsenzym. Für Arthrose/entzündliche Erkrankungen zeigen Studien moderate Verbesserungen von Schmerz- und Funktionsscores.

  • Postoperative Schwellungen: signifikante Reduktion von Ödemen/Schmerzen
  • Sinusitis: schnellere Symptomlinderung
  • Arthrose: moderate Reduktion von Schmerzen und Entzündungsmarkern
  • Verdauung: Unterstützung der Proteinverdauung

Wichtige Referenzen

  • Brien S. et al. Bromelain as a treatment for osteoarthritis: review. Evid Based Complement Alternat Med. 2004.
  • Klein G, Kullich W. Bromelain in osteoarthritis of the knee: clinical trial. Phytomedicine. 2000.
  • Taussig SJ, Batkin S. Bromelain, the enzyme complex of pineapple. Int J Immunopharmacol. 1988.

Hinweise

  • Einnahmeempfehlung: typischerweise 200–2000 F.I.P.-Einheiten/Tag (je nach Anwendungsziel)
  • Sicherheit: allgemein gut verträglich; selten GI-Beschwerden, Durchfall, allergische Reaktionen (bei Ananas-Allergie meiden)
  • Interaktionen: Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulanzien/Thrombozytenaggregationshemmern (theoretisch Blutungsrisiko ↑)
  • Besondere Gruppen: Anwendung in Schwangerschaft/Stillzeit nicht empfohlen mangels Daten
  • Health-Claims (EU-VO 1924/2006): keine zugelassenen Claims für Bromelain
  • Kommission E / ESCOP: keine offizielle Monographie; ESCOP erwähnt Bromelain bei Sinusitis/Ödemtherapie (adjuvant)

Fragen & Antworten

  1. Was ist Bromelain?
    Bromelain ist ein natürlicher Enzymkomplex, der hauptsächlich im Strunk der Ananas enthalten ist. Es gehört zu den eiweißspaltenden Enzymen, den sogenannten Proteasen.
  2. Wo kommt Bromelain natürlicherweise vor?
    Vor allem im Strunk der Ananas.
  3. Wofür wird Bromelain eingesetzt?
    Zur Unterstützung der Verdauung (Proteine) und bei Entzündungen, z. B. nach Verletzungen.
  4. Muss Bromelain zu einer Mahlzeit genommen werden?
    Für Verdauungshilfe: zu Mahlzeiten. Für entzündungshemmende Eigenschaften: eher zwischen den Mahlzeiten.

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