Was ist Papain und warum ist es wichtig?

Papain ist ein proteolytisches Enzym aus dem Milchsaft der Papaya-Frucht (Carica papaya). In Nahrungsergänzungsmitteln wird Papain als Enzympräparat eingesetzt – sowohl zur Unterstützung der Verdauung als auch in systemischen Enzymkombinationen bei Entzündungen, Schwellungen und Regeneration.

DSC06246_Portrait2
Nicole WopfnerFachredaktion
Beitrag teilen:

Hauptinhaltsstoffe

  • Papain (Thiolspezifische Cysteinprotease)
  • Weitere Papaya-Enzyme in Spuren (Chymopapain, Peptidasen)
  • Begleitsubstanzen: geringe Mengen an Flavonoiden und organischen Säuren

Funktionen der Inhaltsstoffe

  • Proteolytische Aktivität: Spaltung von Proteinen in Peptide/Aminosäuren → Verdauungsförderung
  • Antiinflammatorische Wirkung: Modulation von Zytokinen, Reduktion entzündlicher Prozesse (präklinisch/klinisch belegt)
  • Ödem- und Schwellungsreduktion: unterstützend nach Verletzungen/Operationen (in Kombinationspräparaten)
  • Immunmodulation: Beeinflussung von Makrophagen und NK-Zellen (präklinisch)

Herkunft und Vorkommen

  •  Gewinnung aus dem Milchsaft unreifer Papaya-Früchte (Carica papaya)

Zubereitung

  • Kapseln/Tabletten mit Papain-Pulver (meist magensaftresistent)
  • Pulver zum Einrühren (weniger üblich)

Verwendung

Traditionelle Einsatzgebiete

Papaya-Frucht und -Milchsaft wurden traditionell in Mittelamerika als Verdauungshilfe und bei entzündlichen Beschwerden eingesetzt.

  • Traditionell als Verdauungsenzym genutzt
  • Volksmedizinisch bei Schwellungen, Entzündungen, Wundheilung

Wissenschaft & Studien (Kurzüberblick)

Papain-Präparate sind v. a. als Verdauungsenzyme untersucht. In Kombination mit anderen Enzymen finden sich zahlreiche Studien zu postoperativen Schwellungen, Sinusitis und Arthrose. Die Evidenz für Papain zeigt auch antiinflammatorische und immunmodulatorische Wirkungen auf.

  • Verdauung: Verbesserung der Proteinverdauung in kleinen Humanstudien
  • Entzündung: antiinflammatorischer Wirkung
  • Wundheilung: topische Anwendung traditionell, jedoch in NEM nicht relevant

Wichtige Referenzen

  • Murachi T. Papain and other cysteine proteinases. Methods Enzymol. 1976.
  • Lehmann PV. Immunomodulatory properties of papain. Int Arch Allergy Immunol. 2002.
  • Hale LP. Proteolytic activity and immunomodulatory effects of papain. J Immunol. 2005.

Hinweise

  • Einnahmeempfehlung: typischerweise 200–500 mg/Tag
  • Sicherheit: in üblichen Dosierungen gut verträglich; selten GI-Beschwerden, allergische Reaktionen (v. a. Latexallergie-Kreuzreaktion)
  • Interaktionen: theoretisch Verstärkung von Antikoagulanzien (Datenlage begrenzt)
  • Besondere Gruppen: in Schwangerschaft/Stillzeit nicht empfohlen mangels Daten
  • Health-Claims (EU-VO 1924/2006): keine zugelassenen Claims für Papain
  • Kommission E / ESCOP: keine Monographien zu Papain als Einzelenzym

Fragen & Antworten

  1. Was ist Papain?
    Papain ist ein natürliches Enzym aus dem milchigen Saft der Papaya. Es gehört zu den Proteasen, die Eiweiße spalten können.
  2. In welchem Teil der Papaya kommt Papain vor?
    Vor allem im milchigen Saft unreifer Früchte.
  3. Warum wird Papain industriell gewonnen?
    Weil natürliche Mengen in der Frucht variieren.
  4. Was macht Papain im Körper?
    Es unterstützt die Eiweißverdauung und wirkt entzündungshemmend.

Wachse über dich hinaus

Mit neuem Wissen und Inspiration

Verpasse keine News, Kurse oder Webinare – melde dich jetzt für den LIFE LIGHT® Akademie Newsletter an und bleibe immer auf dem neuesten Stand.

lifelight-home-newsletter