Ginkgo

Ginkgo biloba

Mehrere fächerförmige, grüne Ginkgo-Blätter mit Wassertropfen nach dem Regen.

Was ist Ginkgo und warum ist es wichtig?

Ginkgo biloba ist einer der ältesten Bäume der Erde und wird in der modernen Phytotherapie v. a. als standardisierter Extrakt aus den Blättern genutzt. In der Naturheilkunde wird Ginkgo vor allem zur Unterstützung von Kognition, Gedächtnis und Mikrozirkulation eingesetzt.

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Nicole WopfnerFachredaktion
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Hauptinhaltsstoffe

  • Flavonglykoside (Quercetin-, Kämpferol-, Isorhamnetin-Derivate; ca. 24 %)
  • Terpenlaktone (Ginkgolide A, B, C, J; Bilobalid; ca. 6 %)
  • Proanthocyanidine, organische Säuren

Funktionen der Inhaltsstoffe

  • Flavonoide: antioxidativ, Radikalfänger, Gefäßschutz, Modulation der Endothelfunktion
  • Terpenlaktone: Hemmung von PAF (Plättchenaktivierungsfaktor), neuroprotektiv, förderlich für Mikrozirkulation und neuronale Signalübertragung
  • Bilobalid: neuroprotektiv, mitochondrial stabilisierend
  •  Proanthocyanidine: antioxidativ, Gefäßschutz (unterstützend)

Herkunft und Vorkommen

  • Ginkgo biloba, ursprünglich aus China
  • verwendet werden Blätter (Ginkgo folium), getrocknet und extrahiert

Zubereitung

  • Kapseln/Tabletten mit Trockenextrakt
  • Pulver aus Ginkgoblättern (selten, geringere Standardisierung)
  • Flüssigextrakte/Tinkturen

Verwendung

Traditionelle Einsatzgebiete

Traditionell wurde Ginkgo in der chinesischen Medizin zur Unterstützung von Lungenfunktion, Durchblutung und Gedächtnis eingesetzt.

  • Traditionell bei Atemwegsbeschwerden und zur Förderung der Durchblutung
  •  Zur Unterstützung von Gedächtnis und geistiger Leistungsfähigkeit

 

 

Wissenschaft & Studien (Kurzüberblick)

Zahlreiche Studien mit Ginkgo-biloba-Extrakten zeigen moderate, aber signifikante Verbesserungen bei kognitiver Leistungsfähigkeit, insbesondere bei Demenz (leichte bis moderate Alzheimer- und vaskuläre Demenz). Weitere Studien belegen Verbesserungen bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) und Tinnitus.

  • Verbesserungen kognitiver Funktionen und Alltagsaktivitäten bei Demenzpatienten
  • Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke bei pAVK
  • Tinnitus und Angststörungen
  •  antioxidativ, neuroprotektiv, mikrozirkulatorisch

Wichtige Referenzen

  • Yang G et al. Ginkgo biloba for mild cognitive impairment and Alzheimer’s disease: Cochrane Database Syst Rev. 2016;3:CD003120.
  • Oken BS et al. Ginkgo biloba extract in dementia: systematic review. JAMA. 1998;280(11):925-926.
  • Kleijnen J, Knipschild P. Ginkgo biloba for cerebral insufficiency. Br J Clin Pharmacol. 1992;34:352-358.

Hinweise

  • Einnahmeempfehlung: meist 120–240 mg Extrakt pro Tag
  • Gut verträglich; selten Kopfschmerzen, GI-Beschwerden, allergische Reaktionen
  • Interaktionen: Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulanzien/Thrombozytenaggregationshemmern (theoretisches Blutungsrisiko)
  • Nicht empfohlen in Schwangerschaft/Stillzeit mangels ausreichender Daten
  • Health-Claims (EU-VO 1924/2006): keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben für Ginkgo-Extrakte
  • Kommission E: befürwortet Ginkgo-blätter-Extrakte bei Demenzsyndromen, pAVK und Schwindel
  • ESCOP: Monographie bestätigt Einsatz bei Demenz, pAVK und Tinnitus

Fragen & Antworten

  1. Was ist Ginkgo?
    Ginkgo ist eine der ältesten bekannten Baumarten weltweit. Hier werden vor allem die Blätter und nicht die Samen verwendet.
  2. Warum wird Ginkgo so häufig im Bereich Gedächtnis und Kognition verwendet?
    Seine Flavonoide und Terpenlaktone fördern die Mikrozirkulation und neuronale Signalprozesse und wirken antioxidativ.
  3. Hat Ginkgo auch eine Bedeutung für die Durchblutung der Beine?
    Ja – Studien zeigen Verbesserungen der Gehstrecke bei peripheren Durchblutungsstörungen (pAVK).

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